„Allein, allein …

… wir sind allein.“ So tönte es aus allen Lautsprechern im Jahr 2008. „Polarkreis 18“ hatte damit einen Hit gelandet. Lag es an der Musik, oder daran, dass sie damit das Grundgefühl von so vielen Jugendlichen trafen?

Allein sein. Allein gelassen sein. Niemand interessiert sich, geschweige denn kümmert sich um mich. Das ist nicht nur das Empfinden von jungen Leuten. Immer mehr ältere Leute empfinden genauso. In einer Zeit, wo die Welt, durch die Medien, immer näher zusammenrückt, vereinsamen immer mehr. Die Welt habe ich in meinem Wohnzimmer, aber der Nachbar ist mir unbekannt. „Allein, allein, wir sind allein.“

Mit dem Reformationstag (31.10.) begann das Jubiläumjahr zur Reformation. In diesem Jahr wird uns oft ein Vierfaches ALLEIN entgegen-schallen.

Es ist aber ein ALLEIN, welches aus der Erkenntnis und dem Erleben Luthers kommt, eben nicht allein zu sein. Da ist einer, der sich für mich interessiert, der für mich da ist, der alles für mich gibt. Warum? Weil er mich geschaffen hat und weil er mich, sein Geschöpf, liebt.

„ALLEIN der Glaube“ an diesen, mich liebenden, Schöpfergott, gibt meinem Leben Sinn.

Das Leben wird nicht erst sinnvoll, weil ich etwas erreiche, schaffe, erlebe. Es hat Sinn, allein weil ER es mir gegeben hat. ER sieht einen Sinn darin. Es ist befreiend, wenn ich meinem Leben nicht erst einen Sinn geben muss, sondern wissen darf, dass es nur darauf ankommt, mit dem Sinngeber in einer Beziehung zu leben.

Nun ist es kein Geheimnis, das gerade diese Beziehung gestört, ja zerstört ist. Ich zeige dem Sinngeber die kalte Schulter. Ich lasse ihn allein. Ich schließe ihn aus meinem Leben aus.

„ALLEIN die Gnade“ Gottes ist es, das er uns aber nicht allein lässt. Sicher, er akzeptiert meine Entscheidung ohne ihn leben zu wollen, aber er hört nicht auf, um mich zu werben, weil er sieht, wohin ein Leben losgelöst von ihm hinführt. Es führt in das Gefühl allein zu sein, inmitten von Milliarden Menschen. Es führt in eine immer wehrende Sinnsuche.

„ALLEIN Christus“ ist es, in dem Gott uns ganz nah kommt und uns aus diesem ewigen Suchen herausreißt. Wer sich von IHM finden lässt, erlebt die Heilung der zerstörten Beziehung zum Sinngeber. Ja, er erlebt die Heilung von so manchem Lebensbruch, von so manchem, was sinnlos schien.

Christus ist es, der mich befreit aus Bindungen und der Jagd nach Sinn. Paulus bringt es in dem Brief an seinen Mitarbeiter Titus auf den Punkt. „So sind wir allein durch seine unverdiente Güte von aller Schuld befreit und warten voller Hoffnung auf das ewige Leben, das wir als seine Kinder erben werden.“

„ALLEIN die Schrift“, allein die Bibel, bringt uns auf ihren vielen Seiten immer wieder diese Botschaft. „Du bist nicht allein. Egal wie tief der Trennungsgraben zwischen uns ist, ich, dein Gott, habe ihn durch Christus überwunden und möchte gerne in Gemeinschaft mit dir leben.“

Vielleicht nehmen Sie dieses „Jubeljahr“ zum Anlass, intensiver in der Bibel, in Gottes Liebesbrief an Sie, zu lesen. Ich empfehle Ihnen das Neue Testament als Jahreslektüre. Und lesen Sie es mit der Bereitschaft sich finden zu lassen und Sie werden IHN erleben. Sie sind nicht allein!

Ihr/Euer

Matthias Klöber