„Jesus versöhnt“, so ist es in großen Buchstaben auf der Einladung zum Christival zu lesen.

Das Christival ist ein Kongress junger Christen, der vom 04. bis 06. Mai 2016 in Karlsruhe stattfindet. Einige tausend Jugendliche kommen zusammen, um sich über ihren Glauben auszutauschen und sich in ihrem Glauben stärken zu lassen. Und nicht zuletzt werden sie sich auch in ihrem Glauben herausfordern lassen.

Herausfordernd ist das Thema schon: „Jesus versöhnt“. Ist das so? Und wenn ja, was bedeutet das für mein Leben als Christ.

Wenn „Jesus versöhnt“, warum lebe ich dann oft noch so unversöhnt? Wenn wir ehrlich zu uns sind, müssen wir feststellen, dass wir oft unversöhnt sind. Wir leben unversöhnt mit uns selbst, mit unserer derzeitigen Lebenssituation, mit unserem Umfeld, unserer Arbeit, unserer Krankheit usw.

„Jesus versöhnt“ ist auch eine Zusage. Er will nichts lieber, als den Zustand des Unversöhnt-Seins, der Unzufriedenheit, zu verändern - in einen Zustand des Friedens. Er will versöhnen.

Mit dieser Botschaft war schon Paulus unterwegs. An die Gemeinde in Korinth wendet er sich fast flehend: „Lasst euch versöhnen mit Gott!“

Dahinter steckt die tiefe Erfahrung des Paulus, dass Jesus tatsächlich versöhnen kann. Ja, er ist der Versöhner schlechthin.

Während ich diese Zeilen schreibe, rüsten auf der gegenüberliegenden Straßenseite Handwerker ein Haus ein. Es wird saniert. Nicht nur die Fassade soll erneuert werden. Es wird von Grund auf saniert. Das Haus hat den Besitzer gewechselt und dieser gestaltet es nun nach seinen Vorstellungen um.

Mir wird das gerade zu einem Gleichnis.

Wenn Jesus mein Lebenshaus übernimmt, ich ihn als meinen Herrn annehme, versöhnt er mich mit Gott. Und von daher will er mein Leben mehr und mehr verändern. Er will, dass ich immer versöhnter lebe. Er will mich versöhnen mit mir, meinem Umfeld, meiner Lebenssituation.

Im Gegensatz zu dem Haus auf der anderen Straßenseite werde ich allerdings gefragt, ob ich Veränderung und Versöhnung zulasse.

Jesus will es tun.

Die Frage an mich lautet: Was hindert mich im Moment daran versöhnt zu leben?

Egal, welche „guten Gründe“ mir spontan einfallen mögen, warum es gerade nicht möglich ist sich zu versöhnen, es bleibt dabei: „Jesus versöhnt.“

Ja, er will und er kann es auch in meinem Leben.

In seinem gern gesungenen Lied beschreibt Jürgen Werth, wie wunderbar Versöhnung ist.

„Wie ein Fest nach langer Trauer, wie ein Feuer in der Nacht, ein offnes Tor in einer Mauer, für die Sonne aufgemacht. Wie ein Brief nach langem Schweigen, wie ein unverhoffter Gruß, wie ein Blatt an toten Zweigen, ein „Ich-mag-dich-trotzdem-Kuss“.

So ist Versöhnung. So muss der wahre Frieden sein. So ist Versöhnung. So ist Vergeben und Verzeihn.“

Diese wunderbare Erfahrung will Jesus mir schenken. Ja, „Jesus versöhnt!“

Lassen wir ihn doch an die Arbeit gehen und unser Lebenshaus sanieren.

Ihr/Euer

Matthias Klöber