Die kleine sechsjährige Lisa wird in der 1. Klasse von der Lehrerin beim Malen beobachtet. „Lisa, das ist ein schönes Bild. Was malst du denn da?“ „Ich male den lieben Gott!“, gibt Lisa zur Antwort. „Aber Gott kann man nicht malen“, meint die Lehrerin. „Warum nicht?“, fragt Lisa? „Weil kein Mensch weiß, wie Gott aussieht!“ „Dann warten Sie noch fünf Minuten“, sagt die Sechsjährige, „dann sehen Sie, wie Gott aussieht.“ Und Lisa malt weiter. (aus „Ich will euch trösten“ – Heiko Bräunig)

Wie wird das Bild wohl ausgesehen haben? Tatsächlich weiß keiner, wie Gott aussieht. Und doch hat jeder eine Vorstellung von ihm!

Die Aussage von Jesaja in der diesjährigen Jahreslosung ("Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." - Jesaja 66, 13) malt uns die Vorstellung einer Mutter vor Augen. Einer Mutter, die mit unteilbarer, unvorstellbarer, unnachgiebiger Liebe tröstet.

Ein tolles Bild!

Leider nicht für jeden. Menschen, die selber das ganze Gegenteil von so einer Mutter erlebt haben, haben es schwer, sich Gott so vorzustellen. Ebenso haben es viele schwer, sich Gott als Vater vorzustellen. Darum ist es wichtig, dass es sich hier „nur“ um ein Bild handelt. Ein Bild, dass uns das Wesen Gottes näher erklären möchte.

Es geht bei dem Bild nicht darum, was oder wer Gott ist, z. B. Mann oder Frau, Mutter oder Vater. Es geht darum was er tut.

Gott tröstet.    

Das heißt, dass er mir nahe kommt, sich mir zuwendet. Mein Ergehen ist ihm nicht egal.

Das hebräische Wort für trösten (nicham) heißt so viel wie „aufatmen lassen“. Trost lässt uns wieder atmen, wenn uns vieles die Kehle abschnürt und wir um Atem ringen.

Mir selber kommen Bilder, wie eines meiner Kinder in meinen Armen schluchzt und nach Luft ringt. Ich halte es nur fest und drücke es ganz fest an mich.

Genau das möchte Gott tun. Er will mich eng bei sich haben und dazu ist ihm kein Weg zu weit oder zu schwierig. Nichts, was ich tue oder denke, kann ihn von mir fernhalten. Er hat Sehnsucht nach einem jeden. Auch wenn ich vielleicht schlechte Erfahrungen mit so manchem Bild von Gott gemacht habe. Lassen wir uns davon nicht abhalten seine Nähe zu suchen. Er will mir auf seine ganz eigene Art begegnen. Er will Verletzungen heilen. Er will, dass ich in seiner Gegenwart frei atmen kann.

Ich will euch trösten
Wie eine Mutter
Mit starken Armen
Halte ich euch

Ich will euch trösten
Als der Vater
Mit treuem Herzen
Liebe ich euch

Ich will euch trösten
Als Gottes-Geist
Mit weiten Flügeln
Trage ich euch

Ich will euch trösten
Als ewiger Heiland
Mit blutenden Händen
Heile ich euch

Ich will euch trösten
Ich, euer Gott
Ich halte und liebe
Trage und heile
Und tröste euch

(Roland Werner)

Ich finde, das sind gute Zusagen am Beginn eines neuen Jahres.

Ich wünsche Ihnen von Herzen, das sie Gottes tröstliches Handeln in ihrem Leben erfahren können.

Ihr/Euer
Matthias Klöber